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Heilige Ordnung noch in Ordnung? Hierarchie weiter denken!

Vortrag von Prof. Dr. Dr. Klaus E. Müller, Münster, am Mittwoch, 13. März, um 19.00 Uhr im Augustinusheim Dahlbruch

Gemeinsam Kirche sein – unter dieser Überschrift steht in diesem Jahr das Glaubensseminar der Katholischen Pfarrgemeinde St. Augustinus Keppel. Die traditionsreiche Vortragsreihe, die seit mehr als 30 Jahren zwischen Aschermittwoch und der Karwoche in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Siegen-Wittgenstein angeboten wird, widmet sich Grundfragen des Glaubens und des christlichen Lebens.

Nachdem beim Eröffnungsvortrag am Aschermittwoch bei einem Blick in die Bibel Bilder von Kirche aus dem Neuen Testament und die Realität frühchristlicher Gemeinden vorgestellt und von den Teilnehmern angeregt diskutiert wurden, steht am zweiten Vortragsabend die Struktur der Katholischen Kirche im Mittelpunkt. Am Mittwoch, 13. März, um 19.00 Uhr bezieht Prof. Dr. Dr. Klaus E. Müller, Professor und Direktor des Seminars für Philosophische Grundfragen der Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, im Augustinusheim, Talsperrenstr. 1 a in Hilchenbach-Dahlbruch Stellung zur Zukunft der kirchlichen Hierarchie unter der Fragestellung „Heilige Ordnung noch in Ordnung?“.

„Wo Menschen zusammenleben oder etwas gemeinsam ins Werk setzen, braucht es unabdingbar Ordnung(en). Das gilt auch für die Kirche“, erläutert der Referent zum Inhalt seines Vortrags. „In den frühesten Dokumenten des Christentums lassen sich darum unschwer Formen solchen Ordnungssinnes erkennen – allerdings solche von erheblich verschiedener Struktur und Variationsbreite.“ Erst im Lauf des dritten, vierten Jahrhunderts bildete sich jene Ordnung als dominant heraus, die man heute gern für die allein mögliche hält: das episkopale System mit dem männlichen Bischof an der Spitze, der zugleich Legislative, Exekutive und Judikative in einer Person ist, unter ihm das Presbyterium der Priester und Diakone – und weit darunter das „Volk“ der „Laien“, deren Recht darin besteht, der Hierarchie zu gehorchen.

Sobald die Ordnungsstrukturen „heilige“ (griechisch. „hierós“) „Herrschaft(en)“ (griechisch „arché“) geworden sind, also sich (!) sakralisiert haben, verknöchern sie, tun sie, als ob es sie immer schon gegeben hätte und dass sie alternativlos seien. „Nichts davon stimmt“, konstatiert Prof. Müller und erläutert weiter: „Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass die Geschichte der christlichen Tradition schlicht aus einer Kette von Diskontinuitäten besteht, auf die die Kirche immer höchst innovativ reagierte.“ In seinem Vortrag belegt und erklärt der Münsteraner Theologe und Geistliche anhand aktueller Beispiele, warum dieser Sachverhalt heutzutage nicht anders ist.

Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit zu Nachfragen, Gespräch und Austausch.