Aktuelles

Pastor Rüsche informiert: Dompropst Joachim Göbel überreicht die Pastoralvereinbarung

Der Kontrakt zwischen unseren Pastoralverbundsgemeinden und dem Erzbistum Paderborn wird in einem feierlichen Hochamt am 18. Februar um 10:00 Uhr in der Augustinus-Kirche in Dahlbruch überreicht.

Pastor Rüsche informiert:

Ein pastoraler Prozess hat uns zwei Jahre beschäftigt und weitergebracht.

In der Rückschau auf die vergangangene Zeit muss man immer auch die Dinge im Auge behalten, die vorher schon gewesen sind. Zur Vorgeschichte gehört, dass die Gemeinden im Nördlichen Siegerland einen gemeinsamen Ursprung haben, nämlich jene im Jahr 1850 im Stift Keppel begründete Missi- onspfarrei, die fast deckungsgleich unser heutiges Pastoralverbundsgebiet umfasste. Lediglich Herzhausen ist 1924 von Netphen her und Burgholdinghausen 1967 von Rahrbach her dazugekommen. Jedoch haben die pfarrlichen Verselbstständigungen in Kreuztal (1920 als Pfarrvikarie und 1957 als Pfarrei) und Krombach (1941 als Pfarrvikarie) und mehr noch die Kirchbauten in Dahlbruch (1900), Kreuztal (1905), Krombach (1951), Herzhausen (1954), Hilchenbach (1957), Littfeld (1967) und in der Erler - Siedlung (1971) zu immer kleinteiligeren Gemeindebezirken geführt.

Im Jahr 2000 wurden im Erzbistum Paderborn „Pastoralverbünde“ begründet. Der damalige Erzbischof Degenhardt schrieb in einem Hirtenwort: „Der Pastoralverbund soll ein Seelsorgeraum der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Handelns rechtlich selbstständig bleibender benachbarter Gemeinden sein. Er soll das kirchliche Leben in den Gemeinden fördern und Formen einer fruchtbaren Zusammenarbeit der Gemeinden für eine missionarische Tätigkeit in der Welt von heute und morgen suchen und verwirklichen. Ziel ist die Bündelung und Stärkung der pastoralen Dienste“.

Zum 1. Juni 2003 wurde der Pastoralverbund Nördliches Siegerland begründet, von August 2004 bis September 2005 fand hier ein Leitbildprozess statt, den die Gemeindeberatung im Erzbistum Paderborn in der Reihe „Pastoralverbund der Zukunft“ an fünf Stellen im Erzbistum Paderborn modellhaft begleitet hat. Mein früherer Pastoralverbund Olpebach - Täler war auch daran beteiligt.

Seit 2010 sprechen wir im Bistum vom „Pastoralen Raum“. Waren die Pastoralverbünde noch sehr gemeindeorientiert, so ist der Pastorale Raum von der Erkenntnis bestimmt, die ich in der Zeitschrift „Nordlicht“ so formuliert habe: „Die Gemeinden mit dem Innenleben aus den 80er und 90er Jahren binden nicht mehr so viele Menschen an sich. Taufen, Erstkommunionen, Fir- mungen, Trauungen, Beerdigungen haben immer weniger mit unseren Gemeinden zu tun. Die Menschen wollen Kontakt zur Kirche, aber ohne feste Bindung. Der Pastorale Raum bietet Möglichkeiten für außergemeindliche Angebote und gleichzeitig für übergemeindliche Vernetzung“ (S. 16f.).

Der Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Generalvikariat, Prälat Thomas Dornseifer schreibt: „Es wird in den nächsten Jahren darum gehen, Verbindungslinien herzustellen zwi- schen traditionellen Formen der Pfarrgemeinde und neuen Formen/ Zugängen zu Glaube und Kirche an vielfältigen pastoralen Orten und bei lebensnahen Anlässen und Gelegenheiten“.

Im Jahr 2012 begann das Nördliche Siegerland mit dem Prozess zum Aufbau und zur Gestaltung des Pastoralen Raumes. Allerdings wurde der Prozess gestoppt, als mein Vorgänger Martin Assauer im November 2012 einen Herzinfarkt bekam und bis zum Frühsommer 2013 krankgeschrieben wurde. Danach war Martin Assauer mit seinen Überlegungen zu einem Stellenwechsel befasst, den er Ende 2013 angekündigt hat und der zum 1. Juni 2014 vollzogen wurde.

Nach meiner Einführung hier habe ich das Prozessvorhaben meines Vorgängers alsbald aufgegriffen.Im Dezember 2014 war ich zu einem Erstgespräch in Paderborn, im März 2015 habe ich dort am Leiterkurs teilgenommen.

Die Gemeindeberater Elisabeth Beschorner und Christoph Schüttler haben am 2. Juni 2015 einen Ausblick auf den anstehenden Prozess gegeben und vom 15. bis 17. Juni war das Pastoralteam mit den Beratern zu einer Klausur in Geisweid. Auf dieser Klausur haben wir die Struktur festgelegt, dass ich der Steuerungsgruppe vorstehe und die anderen Mitglieder sich einen ehrenamtlichen Tandempartner su-chen und mit diesem eine Handlungsfeldgruppe leiten.

So fanden sich Josef Sczyrba und Erwin Isenberg für „Pastorale Orte und Gelegenheiten“, Jacek Kantor und Alfons Goris für „Evangelisierung“, Christina Schreiber und Christina Weber für „Ehrenamt“, Gerhard Möller und Rita Glodek für „Caritas und Weltverantwortung“.

Die 6 Mitglieder der Steuerungsgruppe wurden von den Pfarrgemeinderäten berufen (aus jeder Gemeinde 2) und standen Ende November 2015 fest: Dorothea Kiess und Hermann Wolters (Keppel), Bernhard Hübner und Ursel Pohl (Kreuztal), Hans - Ulrich Heck und Susanne Röhrborn - Scholz (Krombach).

Zum 1. Juli 2015 wurden wir als „Pastoraler Raum“ errichtet. Am 11. Dezember wurde der Kontrakt zwischen dem Pastoralteam, den Beratern und dem Dekanat und dem Bistum geschlossen. Im Advent 2015 fanden Predigten zu den Handlungsfeldern statt, gleichzeitig wurde ein Flyer erstellt, in dem die Leiter der Handlungsfeldgruppen ihr Thema vorgestellt haben.

Ab Januar 2016 war Pastor Sczyrba krankgeschrieben und blieb dies auch bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung zum 1. September 2016. Frau Ursel Pohl trat für ihn in das Tandem mit Dr. Isenberg ein.

Die Auftaktveranstaltung des Prozesses war am 13. Februar 2016 in Kreuztal. Danach trafen sich die Handlungsfeldgruppen in mehreren Runden, um nach den Vorgaben der Steuerungsgruppe Bestandserhebungen vorzunehmen und Herausforderungen zu benennen. Die Meilensteinver- anstaltung am 30. Oktober 2016 in Krombach diente dazu, die Ergebnisse aus den Handlungsfeldgruppen vorzustellen und zu diskutieren. Diese Ergebnisse, die „Ernte des Tages“ und das Leitbild von 2005 bildeten den Grundstock für die nun folgende Verschriftlichung der Pastoralvereinbarung.

Kapitelweise habe ich Vorlagen er-stellt, die in der Steuerungsgruppe beraten wurden. Die beratschlagten Vorlagen habe ich an die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und die Leiter der Handlungsfeldgruppen versandt, die wiederum die Möglichkeit der Weiterverteilung hatten. Die Adressaten haben Rückmeldungen an mich gegeben. Die Vorlage einschließlich der Rückmeldun- gen wurde dann im Pastoralverbundsrat beraten und beschlossen.

Ein Bibelabend im März und ein Immobilienworkshop im Mai 2017 ergänzten die Verschriftlichung der Pastoralvereinbarung.

Am 19. September 2017 hat der Pastoralverbundsrat die Pastoralvereinbarung verabschiedet, die im Oktober nach Paderborn übersandt wurde.

Am 18. Januar 2018 fand ein abschließendes Pastoralgespräch statt, zu dem die Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte, die Leiter der Handlungsfelder, das Pastoralteam, die Mitglieder der Steuerungsgruppe, Dechant Köhle und Vertreter des Generalvikariates zusammengekommen waren.

Am Sonntag, 18. Februar, wird uns die Pastoralvereinbarung mit der Unterschrift des Erzbischofs überreicht. Dazu wird Dompropst Msgr. Joachim Göbel mit uns um 10.00 Uhr in St. Augustinus die Eucharistie feiern. Der zentrale Gottesdienst an diesem Vormittag ist in Konzelebration und wird von der Gruppe Con brio mitgestaltet. Dazu laden wir alle recht herzlich ein.

Nach dem Gottesdienst sollen in der Kirche mit einigen Dankesworte noch einmal Stationen des Prozesses in Erinnerung gerufen und die Beteiligten daran vorgestellt werden.

Anschließend findet ein Empfang im Augustinusheim für diejenigen statt, die diesen Prozess in besonderer Weise getragen und gestützt haben. Dazu werden gesonderte Einladungen ergehen.